Donnerstag, 22. März 2007

Mendoza

Gleich am nächsten Morgen stellen wir unser Zelt auf und bringen die Mopeds zum Mechaniker. Es dauert eine ganze Weile bis alles geklärt und in die Wege geleitet ist aber wir haben das Gefühl, dass unsere Bikes in guten Händen sind.
Hector, der Werkstattchef empfiehlt uns einen Reifenhändler gleich um die Ecke der uns neue Reifen verkaufen könnte. Wir gehen auch da gleich vorbei und kaufen uns Vorder- und Hinterreifen für unsere Bikes, die dann zur gegebenen Zeit auch gleich montiert werden sollen.
Danach sehen wir uns die Innenstadt etwas näher an und geniessen die Sonne in einem kleinen Park. Etwas später wird uns bewusst, dass wir die falschen Reifen ausgesucht haben und gehen nochmals beim Händler vorbei. Er könne diesen Kauf nicht stornieren aber er könne für uns versuchen die Reifen aufzutreiben, die wir möchten, er brauche allerdings etwas Zeit dafür. Ok, kein Problem, Zeit können wir ihm einräumen, denn die Ersatzteile für die Motorräder kommen frühestens in 3 Wochen hier in Mendoza an.

Gegen Abend fahren wir mit dem Bus zurück zum Campingplatz und verbringen einen friedlichen Abend vor dem Zelt.
Am Sonntag fahren wir mit dem Bus zum Carrefour und kaufen Vorräte ein, denn wir beabsichtigen ca. eine Woche zu bleiben bevor wir, um die Wartezeit zu überbrücken, unsere Reise zu den Iguazu-Wasserfällen mit dem Bus antreten.
So gegen 18:00 Uhr kommen wir zum Zelt zurück und stellen entsetzt fest, dass einer unserer Motorrad-Alu-Koffer fehlt. Jemand hat uns diese Kiste geklaut, so eine Misere; diese Kiste können wir hier in Argentinien nicht kaufen und es hat so viele wichtige Sachen in dieser Box drin. Alle Ladegeräte für Foto-und Videokamera, Reiseführer, die Bedienungsanleitungen der Motorräder, das Reparaturanleitungsbuch, Ersatzteile für die Bikes und vieles mehr; wir sind am Boden zerstört. Wir suchen sofort den Campingabwart und der hilft uns das Gelände absuchen und kann es nicht fassen dass so etwas geschehen konnte, noch nie zuvor sei etwas gestohlen worden. Natürlich ist die Suche vergebens und ich (Gaby) fahre mit Alberto dem Campabwart zum nächsten Polizeiposten um Anzeige zu erstatten. Ein langwieriges und mühsames Unterfangen, das meine Spanischkenntnisse ganz schön fordert.
Zurück bei Guido auf den Zeltplatz sind wir beide völlig frustriert und ärgern uns darüber, dass wir die vier Koffer nicht, wie üblich wenn sie nicht an den Motos fixiert sind, mit den Schlössern aneinander gekettet haben. Wir haben angenommen, dass die Koffer unter der Grillstelle ja eh niemand sieht und somit in Sicherheit geglaubt. Normalerweise sind auf dieser Seite des Campingplatzes nur Camper und auf der anderen Seite die Tagesausflügler die lediglich zum grillieren hierher kommen, aber heute hat sich scheinbar einer dieser Typen hier drüben hingesellt und die Gelegenheit genutzt, tja, Pech für uns! Weder die Polizei noch die Aufrufe im Radio bringen uns die Kiste wieder zurück, wir überlegen uns wie wir am schnellsten wieder an eine neue Kiste kommen.
Da in Argentinien extrem hohe Einfuhrzölle erhoben werden, fragen wir Thomas von Unger, den wir auf der Carretera Austral kennen gelernt haben und der in Santiago de Chile wohnt, ob er eine Idee habe wie wir dieses Problem lösen können.
Er bietet uns sofort an, alle Post aus Europa zu ihm nach Hause schicken zu lassen und dann bei ihm abzuholen. Wir sind extrem dankbar darüber und gehen gleich daran, mit Lydia Leu vom Motorama in Hinwil alles zu besprechen und sie zu bitten uns die fehlenden Sachen nach Chile zu schicken. Lydia ist ein Schatz und nimmt all den Aufwand auf sich um uns zu helfen, nochmals ein ganz herzliches Dankeschön an dieser Stelle an sie und ihr Team!
Jetzt gehen wir daran, alle Ladegeräte hier in Mendoza aufzustöbern, mit viel durchfragen gelangen wir an die richtigen Orte und können uns so einen guten Ersatz für die abhanden gekommenen Teile besorgen. Wir lassen uns auch noch zwei Abdeckungen für unsere Motorräder nähen, dafür erstellen wir ein genaues Schnittmuster und suchen ein Geschäft dass uns das passende Material verkauft und eine Schneiderin empfiehlt. Diese Abdeckung soll die neugierigen Blicke der Leute etwas eindämmen und so unsere eh sehr auffälligen Motos vor ‚erhöhter krimineller Energie’ schützen.
Nach vielen Tagen des Organisierens, Suchens, Besorgens und hin und her Fahrens mit dem Stadtbus sind wir völlig ausgelaugt und kaufen uns ein Busticket dass uns in einer 36h Fahrt nach Puerto Iguazu bringen soll. Wir dürfen unser Gepäck im Campingplatz zur sicheren Aufbewahrung lassen, was wir sehr schätzen. Mit nur sehr wenig Gepäck geht’s dann am Abend des 31. März um 21:30 Uhr ab dem Busterminal Mendoza los.