Sonntag, 18. März 2007

San Carlos de Bariloche

In einer schönen Tagesfahrt erreichen wir Bariloche zusammen mit Katja und Martin. Wir fahren zur Touristinformation wo wir mit allen nötigen Infos versorgt werden. Wir entschliessen uns für einen Campingplatz mit Seeblick, einige Kilometer vom Stadtkern entfernt. Als wir unsere Zelte aufstellen bemerken wir, dass auch Karin und Götz hier abgestiegen sind, so ein Zufall. Alle gehen ihren Interessen nach, suchen und kaufen Ersatzteile oder reparieren Material, alles was halt zum Motorradreisen so gehört.
Guido und ich sehen uns am nächsten Tag Bariloche in Ruhe mal an, es hat eine schöne Fussgängerzone und viele schöne Bauten die gut erhalten und gepflegt sind. Bariloche ist für seine Schokolade bekannt, natürlich muss ich (Gaby) das testen; aber ich bin enttäuscht. Ich bin wahrscheinlich einfach zu verwöhnt von zu Hause.

Am nächsten Tag machen wir einen Töff-Ausflug durch die wunderschöne Seenlandschaft, jetzt verstehen wir, weshalb Bariloche auch unter dem Namen ‚die argentinische Schweiz’ bekannt ist. Es sieht tatsächlich an machen Stellen so aus wie bei uns zu Hause. Unser Ausflug führt uns entlang der Seen, durch die Wälder eines Nationalparks, durch eine prächtige Gegend. Unser Weg führt uns auch zur ‚Colonia Suiza’, na da sind wir aber gespannt wie die schweizer Kolonie aussieht. Wir haben uns scheinbar zuviel vorgestellt, es hat lediglich ein, zwei Häuser, die etwas an Chalets erinnern und eines hat tatsächlich die schweizer Wappen als Fasadendekoration aber damit hat sich’s dann auch. Am letzten Tag besuchen wir nochmals das Städtchen und verweilen noch im Internetcafe. Am Abend gehen wir mit Katja, Martin, Karin und Götz ins Restaurant‚Chalet Suisse’ und gönnen uns sozusagen als Abschiedsessen ein Käsefondue. Es ist ganz lustig und das Fondue ist richtig gut. Der Restaurantbesitzer spricht sogar schweizerdeutsch, was uns sehr überrascht. Wir geniessen das Zusammensein mit unseren Motorradfreunden und lassen den Abend friedlich ausklingen.
Auf nach Mendoza

Am nächsten Morgen heisst es Abschied nehmen von Katja und Martin und auch von Götz und Karin, ab hier fahren alle wieder ihre eigene Route.

Guido und ich machen uns auf den Weg in Richtung Mendoza wo wir unsere Motorräder zum BMW-Händler für Service-und Reparaturarbeiten hinbringen wollen. Es liegen rund 1000Km vor uns, die Guido mit einer Maschine ohne Hinterbremsen und ABS zurücklegen muss, aus diesem Grund heisst es für uns, auf dem schnellsten Weg nach Mendoza.

Wir fahren alles auf asphaltierten Strassen, vorbei an in der Sonne glänzenden, tiefblauen Seen und durch eine zumeist satt grüne Gegend. Wir zelten nach ca. 550 gefahrenen Km in Pulelen auf einem schäbigen, kleinen Campingplatz. Es hat weder Wasser noch Licht, aber für unser Vorhaben reicht es aus. Wir machen uns was Einfaches zum Essen und fallen hundemüde in unsere Schlafsäcke. Aber vorher decke ich noch unsere Stiefel sauber mit den Netzen die ich extra dafür genäht habe, zu. Ich habe nämlich ganz in der Nähe vom Zelt eine Vogelspinne entdeckt. Da wird mir doch wiedermal richtig bewusst, dass wir hier ja in Südamerika sind und es viele Tierchen gibt, die man bei uns in der freien Wildbahn nicht findet.


Früh am Morgen des nächsten Tages fahren wir auf asphaltierten Strassen weitere 500 Km nach Mendoza. Das Wetter lässt etwas zu wünschen übrig, es regnet leicht was die Fahrt für Guido ohne Rückbremsen nicht gerade leichter macht. Sobald wir Mendoza näher kommen, sieht man so weit das Auge reicht Rebstöcke und Weingüter, tja wir kommen in ein bedeutendes Weinanbaugebiet und freuen uns jetzt schon auf die Degustationen. Die Rebstöcke und auch die Laubbäume machen uns mit ihren orangebraunen Blättern bewusst, dass es hier schon richtig Herbst wird.Nun endlich, nach vielen Stunden kommen wir in Mendoza an, gleich der erste Stopp ist beim BMW-Mech, wo wir unsere Probleme mit Guido’s Hinterradbremse und meines mit der Ringantenne darlegen, worauf er sogleich eine Liste der benötigten Ersatzteile erstellt. Wir machen aus, dass wir unsere Motorräder gleich am nächsten Morgen vorbeibringen und bei ihm lassen.

Völlig müde fahren wir zu Campingplatz ‚Pilmayken’, der im Parque San Martin, etwas ausserhalb des Stadtzentrums von Mendoza liegt. Es regnet nun stärker und der Campingwart bietet uns an, im Allzweckhäuschen in unseren Schlafsäcken zu nächtigen und erst morgen bei Licht und hoffentlich Sonne unser Zelt aufzuschlagen. Wir nehmen dieses Angebot zusammen mit eineigen anderen Campern dankend an. Wir sind wiederum hundemüde und fallen schnell in tiefen Schlaf.