Dienstag, 29. Januar 2008

San Cristobal de las Casas

Palenque

Uns zieht es weiter, ein bisschen zügiger als geplant, da ja eben wieder technische Störungen unsere Reise erschweren. Die nächste mechanische Werkstatt ist in Cancun. Aber dahin wollen wir nicht zurückfahren. So entscheiden wir, weil das Bremssystem am morgen wieder funktioniert in Richtung Mexico-City unser Reparaturglück zu versuchen.

Ich habe mit meinem System nur Probleme, wenn ich nach einer längeren Strecke die Maschine ausschalte und wieder starte. So ist es abschätzbar, wann die Bremse extrem vielmehr Kraft am Bremshebel braucht. Den Abstand, zu vor mir fahrenden Fahrzeugen, habe ich massiv erhöht.

Die Gegend hier ist leicht hügelig und mit viel hohem Buschwerk am Strassenrand bewachsen. Zwischendurch sieht man wieder einmal ein Maisfeld oder Kühe, aber sonst nichts spannendes, die gute Asphaltstrasse geht an vielen Abschnitten schnurgerade aus. Als wir zur Küste des Golfs von Mexiko kommen, fahren wir keine 10 Meter neben ihm entlang. Dies können wir fast 80 Km geniessen. Danach müssen wir wieder ins Landesinnere abbiegen. Hier genehmigen wir uns einen Licuado (Shake) aus frisch gepressten Früchten mit Cerealien gemixt. Der stärkt uns für die restlichen, vor uns liegenden Kilometer.

Und die Bremsen: also die Pumpe geht. Auch wenn ich schon lange nicht mehr am Bremshebel ziehe, höre ich die Pumpe noch arbeiten. Die wird mir hoffentlich die Bremsklötze nicht unnötig abhobeln. Na ja, hinten sind sie eh bald nach. Das habe ich immer regelmässig während des letzten halben Jahres kontrolliert.

Als wir die Nähe von Palenque erreichen, sehen wir die Bergkette, die in Längsrichtung von Guatemala her bis weit in den hohen Norden hoch reicht.

Als wir unsere Arbeit vom Ankommen erledigt haben, zieht es uns in ein Restaurant, das eine sehr gute Küche haben soll. So steht es auf alle Fälle im Reiseführer. Und es ist so, wir bekommen grosse Portionen mit Apero-Nachos und Nachschlag, um den wir gebeten haben. So beim Essen stellen wir fest, dass wir Mayaruinen „geschädigt“ sind und Palenque nicht mehr unbedingt sehen müssen. Für uns sieht am Schluss alles ziemlich gleich aus. So beschliessen wir, dass wir morgen direkt nach San Cristobal de las Casas weiterfahren.

San Cristobal de las Casas

Wir sind heut nicht früh unterwegs, da die Strecke keine 220 Km beträgt. Aber es geht wieder hoch und das nicht zu wenig. San Cristobal de las Casas liegt auf über 2100 müM. Die Strecke geht über kurvige Strassen rauf und runter. Wir brauchen geschlagene fünf Stunden. Nicht nur weil ich mit meinem Moped auch langsam gefahren bin, es ist wirklich eine super schöne Strecke mit vielen Kurven und den ungeliebten „Topes“ oder den „Rumbes“ vor und in den Dörfern. Das sind, auf Hauptstrassen wohlgemerkt, Strassenberuhigungshügel. Die sind zum Teil so hoch, dass es dich richtig aus dem Sattel hebt. Einfach Schrott, und viele sind nicht einmal markiert. Viele sind, so glaube ich, von den Dorfgemeinschaften einfach eingebaut worden. Diese hasse ich am meisten, weil man sie extrem spät sieht und dann scharf abbremsen muss. Aber eben alles hat gehalten.

Ja, viele sagen sie hätten nicht viel zu erzählen, wenn wir mit ihnen per Email kommunizieren, was sie gerade in ihrem Alltag erleben sei nicht spannend. Für uns aber ist der Alltag von euch spannend und wir lesen sehr gerne Mails von zu Hause. Wir finden diese so spannend, wie ihr spannend findet wenn wir berichten wie wir in einer neuen Stadt eine neue Bleibe suchen. Was uns jeweils überhaupt nicht spannend vorkommt.

Wir versuchen jeweils anhand unseres Reiseführers schon vorher ein Hostel mit Parkplatz in der neuen Stadt zu finden und dann dieses anzupeilen. Leider müssen wir hier in San Cristobal weitersuchen, weil der doofe Schreiberling des Reiseführers sich nicht mehr richtig an die Gegebenheiten des Hotels erinnert oder den Punkt im Plan nicht präzise gesetzt hat.

So kurven wir manchmal in unserem spannenden Alltag bis zu einer Stunde in einem Ort herum, bis wir die Motos und unsere sieben Sachen abgepackt und in der Unterkunft verstaut haben.

Hier oben auf 2100 müM wird es empfindlich kalt, wenn die Sonne hinter dem Horizont verschwindet. Das Quecksilber steigt im Thermometer sicher nicht über zehn Grad und so schlottern wir sehr als wir von unserem Abendessen zurück in unser billiges aber sauberes Zimmer kommen. Leider hat sich Gaby beim Fahren stark erkältet und so besorgen wir einen „feinen“ Hustensirup und Kapseln zur Abwehrstärkung.

Wir bleiben einen Tag länger als geplant, denn Gaby ist halt nicht ganz fit. An diesem Tag spazieren wir auf einen Hügel wo eine Kirche steht und hoffen einen schönen Rundblick über die ganze Stadt zu bekommen. Leider gibt es nur einen kleinen Ausschnitt von Aussicht, weil es links und rechts von der Treppe die zur Kirche hoch führt, Bäume hat, die uns die Sicht versperren.

Wir geniessen das Faulenzen, aber empfinden die Kälte am Abend als sehr unangenehm. Deshalb wollen wir bald weiter an die pazifische Küste. Dort hat es einige schöne Städtchen mit nur wenig Ferientourismus.

Samstag, 26. Januar 2008

Chichen Itzá und Uxmal

Also Chichen Itzá soll das Mayasymbol schlechthin sein. Also müssen wir das sehen. Wir kommen am späteren Nachmittag in Chichen Itzá von Cancun her an. Im Hotel, das ziemlich einfach ist und trotzdem nicht günstig, fragen wir wie lange es dauert diese Mayaruinen zu sehen. Der Hoteleigentümer meint, Minimum vier Stunden. Dafür reicht es heute nicht, da wir zuerst noch das Mittagessen nachholen müssen. So beschliessen wir am nächsten Morgen früh zu den Ruinen zu gehen.

Am Morgen sind wir so früh vor der Eingangspforte, dass wir mit fünf Autos zuerst mal warten müssen, damit wir eingelassen werden. Genau um acht Uhr wird der Balken zum Parkplatz gehoben und wir eingelassen. Das Motorrad schnell abgestellt, Ticket gekauft und rein, sodass nicht viele Leute auf dem Platz, wo die Pyramide steht, am umher gehen sind. Es ist schon imposant, diesen Platz zu sehen, mit all den anderen Häusern und Plätzen. Die müssen ja während Jahrzehnten diese Bauwerke gebaut haben. Wir knipsen von allen Seiten die Pyramide und gehen zu den anderen Attraktionen. Von denen hat es genug. Zwei Cenote, die eine wurde für das Trinkwasser genutzt und die andere für rituelle Zwecke. Dort sollen sogar Leute als Opfer hineingeschubst worden sein. Schlecht für den Geschubsten, denn das überlebt er nicht, es geht sicher über 60 Meter runter vorbei an Felswänden die hervorstehen. Dann gibt es noch ein Observatorium, wo die Sterne beobachtet worden sind und ein Nonnengebäude.

Nun nach etwa drei Stunden haben wir es gesehen. Wir gehen zurück ins Dorf und essen das Frühstücks- Mittagsessen.

Dabei beschliessen wir nach Uxmal zu fahren, denn diese Mayastätte ist keine 200 Km von Chichen Itzá entfernt. Wir kommen gut voran, leider verpassen wir den kürzesten Weg nach Uxmal, aber sind trotzdem um halb drei dort.

Uxmal

Hier in Uxmal hat es nur teure Hotels mit angegliederten Restaurants. Wir finden einen günstigen Platz zum Campieren. Weil wir immer noch so früh dran sind und nicht unbedingt einen Tag mit Uxmal verbringen wollen, machen wir uns auf um heute auch diese Stätte noch anschauen.Hier gibt es eine Pyramide die runde Seitenwände hat. Diese sind ganz anders, als die von Chichen Itzá. Alles ist hier recht nahe zusammen und deshalb haben wir die Stätte innert kürzester Zeit angeschaut. Unsere Entscheidung diese Ruinen heute noch anzuschauen war goldrichtig, so können wir morgen schon weiterfahren.Beim Restaurant wo wir Campieren können, gehen wir ein Menü essen, das von der Vorspeise bis zum Dessert alles für umgerechnet 10 Franken drin hat. Danach als es dunkel ist und das ist es schon nach sechs Uhr, ziehen wir uns ins Zelt zurück um früh zu schlafen. Es ist lange her dass wir das letzte Mal eine Nacht im Zelt verbracht haben und wir lauschen genüsslich den Naturgeräuschen.

Uns zieht es nun einer der letzten Ruinen und das ist in Palenque.

Wieder einmal Probleme mit meiner Maschine

Leide habe ich wieder einmal Probleme mit meiner Maschine. Als wir in Uxmal zuerst in Richtung Eingang der Stätte fuhren und dort die Motoren kurz abgestellt hatten, reagierte bei meiner Maschine der Bremskraftverstärker nicht mehr. So fuhr ich bis zum Trailerpark nur mit der komplett manuell angesteuerten Verzögerung. Dies hat den massiven Nachteil, dass die Bremse mit aller Gewalt am Hebel zu gedrückt werden muss. Hinzu kommt noch, dass die Verzögerung mit einer langen Verspätung eine Richtung und somit eine Rückmeldung gibt. Das ist absolute Schei…. Also müssen wir wieder einmal zu einem Mechaniker. Zum Glück habe ich noch zwei Monate Garantie. Aber was ist danach, wenn diese Fehlkonstruktion wieder Zicken macht? Wir werden es herausfinden. BMW Schweiz kann sich schon auf mich freuen.

Dienstag, 22. Januar 2008

Cancun

Wir sind mit unseren Motorrädern in eineinhalb Stunden von Playa del Carmen nach Cancun hoch geflitzt. Der Ort der Bleibe, die wir uns ausgesucht haben, ist auch schnell gefunden. Leider hat das von uns bevorzugte Hotel keinen Platz für unsere Motos. So fahren wir auf die andere Seite des Häuserblocks. Dort hat es ein kleines Hostel mit einer kleinen Parknische. Als ich Edith, die Besitzerin für zwei Plätze zum Schlafen und die Motorräder frage, sagt sie, dass wir von Stefan schon vorangekündigt worden sind. Damit wussten wir, dass er vor einigen Tagen auch hier gewesen ist.

Cancun

Also wer glaubt, dass in Cancun-Stadt der Bär jeden Abend am Tanzen ist, ist hier fehl am Platz. In der Stadt ist es extrem ruhig, was den Tourismus angeht. Klar hier gibt es auch Einkaufszentren im Stil von amerikanischen Shoppingmalls oder Restaurants oder Discos, eine ist gerade neben unserem Hostel und die lassen die Musik auch mal mitten unter der Woche morgens um 5 Uhr volle Kanne laufen, aber die gibt es ja in jeder grösseren Stadt.

Was der absolute Hammer ist, ist die Zona Hoteleria. Da reihen sich auf einem schmalen, nur 500 m breiten aber auf sage und schreibe 15 Km langen Landstreifen, gleich vor der Stadt die Hotelsilos in Reih und Glied. Es sind alle grossen Namen wie Hilton, Ritz Carlton oder RIU vertreten. Das ist schon extrem zu sehen, wenn man einen Tagesausflug da hin macht. Es schreckt uns extrem ab, da wir solche Ferien uns nicht mehr vorstellen können.

Der Strand ist extrem schön in der Farbe Türkis, das haben wir schon lange nicht mehr gesehen. Wir entschliessen uns vom untern Ende der Hotelsilos dem Strand entlang, in Richtung aus der wir gekommen sind, zu gehen. Der Sandsteifen vor den Hotels ist extrem schmal, er beträgt nur noch 20 Meter. Dieser wurde von Wilma, dem Wirbelsturm im Jahr 2005, einfach weggefrässt, die Sandsteinplatten im Meer stellen richtige Barrieren dar. Wenn man im Meer schwimmen will, müsste man zuerst über die Steine klettern, aber dahinter kommen mannshohe Wellen rein geprescht. Nicht ganz ungefährlich.

Wir spazieren zwischen den Liegestühlen weiter, bis wir wirklich vom Pauschaltourismus gesättigt sind und das dauert keine Stunde. Also machen wir uns mitten durch eine riesige Hotelanlage in Richtung Strasse aus dem Staub.

Isla Mujeres

Zum Glück gibt es nochmals eine kleine Insel vor Cancun, sie heisst Isla Mujeres. Sie soll nicht so touristisch erschlossen sein. Das wollen wir sehen. Mit dem Wissen, dass unsere Motos sicher, bei Edith im Hostal las Flores, hinter Gittern geparkt sind, gehen wir mit kleinem Gepäck zum Schiffshafen. Dort kaufen wir unsere Hin- und Rückfahrtkarten und gleich fünf Minuten läuft das Schiff schon aus.

Der strahlende Sonnenschein färbt das Meer wunderschön in allen Blautönen die es fürs Meer gibt. Auf der Insel, am Nordende angekommen, finden wir wie immer ein einfaches Bett in einem Dorm eines Backpacker.

Die Sachen schnell im Zimmer abgelegt und gleich einen kleinen Rundgang gestartet. Irgendwie reizt es uns doch nochmals zu Tauchen, da es ja absolut phantastisch sein soll. Wir werden auch fündig und buchen für den morgigen Tag zwei Tauchgänge. Danach zieht es uns zum Strand. Der ist klein, auch wegen Wilma, aber es hat genügend Platz unter den schattenspendenden Palmen. Wir geniessen die Ruhe weil es hier, im Vergleich zur Zona Hoteleria, einfach herrlich ist zum baden im warmen Meer. Hier geniessen wir den Sonnenuntergang, der schön aber nicht der Spektakulärste ist. Unseren Hunger stillen wir in einer kleinen einheimischen Beiz. Danach schlendern wir in der Restaurantstrasse zurück und gehen relativ früh zu Bett.

Tauchen

Wir müssen zum Glück nicht früh bei der Tauchbasis sein. Erst um 9:30 Uhr geht es los mit Anzug, ABC-Ausrüstung, Jacket und Regulator fassen. Wir haben Wieder mal Glück, da wir die einzigen sind, die einen Tauchgang am Korallenriff machen wollen. Ein zweites Schiff fährt zu einem Wrack, aber das lässt uns kalt.

Die Gerätschaften werden zum Boot gekarrt und verladen. Danach fahren wir ans südliche Ende der Insel. Dort springen wir in das nicht einmal 15 Meter tiefe Wasser. Hier gibt es riesige Korallenfelsen, auf denen sehr grosse Fischschwärme stehen. Wir sind über eine Stunde bei den Felsblöcken getaucht und haben einen ruhenden Ammenhai gesehen.

Der zweite Tauchgang ist keine 300 Meter vom anderen entfernt. Die Landschaft sieht gleich aus. Auch hier sehen wir wieder riesige Fischschwärme. Dazu kommen noch Langusten. Als Gaby und ich auftauchen, sind wir gleicher Meinung. Den zweiten Tauchgang hätten wir uns sparen können und es Bedarf keine weiteren TG’s bis etwas wirklich aussergewöhnliches Unterwasser zu sehen wäre.

Wir geniessen den Nachmittag wie am Tag zuvor am Strand und gucken uns nochmals den friedlichen Sonnenuntergang an.

Am heutigen Abend ist hier die Fasnacht ausgebrochen. Der wird hier ganz anders gestartet als bei uns. Die Tanzgruppen von klein bis gross zeigen ihre einstudierten Darbietungen auf den Dorfplatz und werden am Schluss, wenn dann alle durch sind, prämiert. Diesen Akt haben wir nicht mehr erlebt, weil es extrem lange gedauert hätte und wir nach der dritten Tanzgruppe es schon gesehen hatten. Es sah alles gleich aus und vor allem hat jede zweite Gruppe zum selben Musikstück getanzt. Danach wäre noch eine Band gewesen, doch dieser haben wir das Kopfkissen vorgezogen.

Heute kehren wir zurück auf das Festland und fahren weiter, nach Chichen Itzá.